Die Altpapierkrise - warum die Altpapierpreise im Keller sind

10.01.2020

Der Export von Altpapier ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 14% gesunken. Wurden 2018 noch knapp 2 Millionen Tonnen Altpapier aus Deutschland exportiert, so waren es letztes Jahr nur noch etwas über 1,7 Millionen Tonnen. Der deutsche Altpapier-Export hat somit ein neues Rekordtief erreicht, die Preise stürzen weiter ab. Eine Verbesserung der Lage scheint nicht in Sicht.

Der Grund dafür sind die strengen Importeinschränkungen im asiatischen Raum. Insbesondere der Verlust von China als Absatzmarkt hat seit 2018 zu einer deutlichen Verschlechterung der Marktpreise geführt. Weitere Länder wie Indien, Thailand und Indonesien haben ebenfalls nachgezogen und die Einfuhr von Altpapier stark beschränkt. Weitere Stoffklassen wie Altkunststoffe und Stahlschrott sind ebenfalls von den Vorschriften betroffen und stellen weitere Exportschwierigkeiten für Deutschland dar.

Die Marktsituation hierzulande ist geprägt durch ein deutliches Überangebot und sinkende Preise. Es herrscht ein massives Überangebot an Altpapier, viele Lagerhallen sind überfüllt und die Nachfrage sinkt weiterhin. Dieser Entwicklung stehen nur begrenzte Abnahmekapazitäten gegenüber. Zum Jahresbeginn scheint keine Verbesserung der Situation in Sicht. Das saisonbedingt verstärkte Altpapieraufkommen übt weiter Druck auf dem Markt aus, gleichzeitig verlassen mehrere Papierfabriken den Markt.

Die aktuelle Marktentwicklung ist nicht nur in Deutschland spürbar. Auch in anderen europäischen Ländern herrscht ein Überangebot an Altpapier und lässt die Preise weiter abstürzen. Insbesondere die Massensorten sind von dem Preiseinsturz betroffen. Das Überangebot wird momentan europaweit auf ca. 8 Mio. Tonnen im Jahr geschätzt, eine Lösung des Problems scheint noch in weiter Ferne.

Quelle: EUWID

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