Neue Brennstoffe aus Strom durch Power-to-X

15.07.2019

Nicht nur aus Abfällen lassen sich neue Rohstoffe herstellen – sondern auch aus Strom. Bei dem Power-to-X-Verfahren (PtX) wird durch den Einsatz von elektrischem Strom Kohlendioxid chemisch gebunden und somit in andere Energieformen umwandelt. Power-to-X umfasst unter anderem die Erzeugung von Gas und flüssigen Brennstoffen und könnte eine bedeutende Rolle für die Energiewende in Deutschland darstellen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) stellte daher ein Aktionsprogramm zu PtX vor, um die Technologie für den Einsatz von strombasierten Brennstoffen in der Industrie und im Verkehr zu fördern. Bundesministerin Svenja Schulze erklärte zu Power-to-X: Für den Klimaschutz ist es dabei zwingende Voraussetzung, dass diese Brennstoffe aus erneuerbarem Strom hergestellt werden. Das Bundesumweltministerium wird sich für den Know-How-Transfer in diesem wichtigen Feld einsetzen und Unternehmen bei der Entwicklung der Technologie unterstützen."

Das neue Verfahren bietet laut BMU Exportchancen für deutsche Anlagenbauer, da Deutschland bei der Entwicklung und Anwendung von Power-to-X-Brennstoffen führend sind. Auch für andere Länder mit guten Bedingungen für erneuerbare Energien bietet die Produktion von PtX-Brennstoffen eine gute Perspektive. Da es allerdings noch keinen globalen Markt für diese Brennstoffe gibt, plant das BMU den gezielten Ausbau von Strukturen zur Förderung und Weiterentwicklung dieser Technologie. Dabei wird insbesondere auf Austausch und Vernetzung von Politik Wirtschaft, Forschung und Verbänden für Umwelt gesetzt.

Ab Herbst 2019 beginnt eine Veranstaltungsreihe, um den Dialog über die möglichen Einsatzmöglichkeiten der neuen Technologie zu besprechen. Geplante Themen dabei sind der mögliche Einsatz im Luft- sowie im internationalen Schiffsverkehr. Ebenfalls thematisiert wird die Bedeutung von PtX als Faktor für eine Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie mit prozessbedingten Emissionen.

Diese Entwicklung der Energiewende weg von Kohle- und Atomkraft hin zur klimaneutralen Energiegewinnung soll durch ein PtX-Kompetenzzentrum in der Energieregion Lausitz begleitet werden. Zusätzlich soll eine Demonstrationsanlage im Land Brandenburg zur Veranschaulichung errichtet werden. Neben dem Kompetenzzentrum ist auch ein international ausgerichtetes PtX-Sekretariat mit Sitz in Berlin in Planung, um die internationale Zusammenarbeit zu koordinieren und bündeln. Das Sekretariat hat zum Ziel ein Internationales Netz zu schaffen, das Wissen um die Technologie zu vergrößern sowie die Bedeutung für den Klimaschutz darzustellen.

Quelle: BMU


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