Zu viel Lebensmittelverlust auf dem Weg vom Acker auf den Teller

08.05.2019

Man stelle sich folgende Situation vor, wie man zuhause ein Zehnerpack frische Eier aus dem Kühlschrank nimmt und zwei von ihnen direkt in den Müll wirft. Einfach so. Was in der Theorie zu Stirnrunzeln und Kopfschütteln führt, ist leider harte Realität für Lebensmittel in der EU. Jährlich werden ca. 20% aller Lebensmittel EU-weit verschwendet oder gehen bereits bei der Produktion verloren. Gegen diese Lebensmittelverschwendung will die Kommission nun vorgehen und das Lebensmittelsystem genauer überwachen.

Um das tatsächliche Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in der EU zu ermitteln, hat die EU-Kommission jetzt eine Methodik zur Messung von verschwendeten oder verlorenen Lebensmitteln beschlossen. Der Grund für diesen Beschluss ist, dass derzeit die Datengrundlage zu diesem Thema nur unzureichend ist. Frans Timmermans‚ Erster Vizepräsident der Kommission, erklärte dazu: Um Veränderungen zu bewirken, müssen wir in der Lage sein, den Umfang der Lebensmittelabfälle richtig zu messen. Ich freue mich, dass die EU die erste umfassende Methodik hierzu entwickelt hat und damit weltweit wegweisend ist.“

Der Vizepräsident betrachtet diese Aufgabe als eine Schlüsselpriorität der Kreislaufwirtschaft, damit natürliche Ressourcen geschont und inakzeptable Schäden der Umwelt somit vermieden werden. Auch wurde betont, dass dieses Anliegen auch von wirtschaftlichem Interesse sei.

Die konkreten Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung sollen dabei auf einer einheitlichen Definition von Lebensmittelabfällen gegründet werden. Nach dem überarbeiteten EU-Abfallrecht sind die Mitgliedsstaaten der EU nun dazu verpflichtet, jede Stufe der Produktions- und Lieferkette von Lebensmitteln zu überwachen und Bericht zu erstatten. Damit sollen Lebensmittelverluste entlang Kette verringert und die Lebensmittelverschwendung pro Kopf bis 2030 halbiert werden.

Quelle: EU-Kommission

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