Bundesumweltministerin setzt auf Freiwilligkeit, um Verpackungsmüll zu vermeiden

08.03.2019

Kunststoff- und Plastikprodukte sind in Deutschland einfach nicht mehr wegzudenken. Egal ob im Haushalt, beim Essen oder auf Arbeit – wir sind in jeder erdenklichen Situation im Alltag mit ihnen konfrontiert. Doch dieser intensive Konsum hat natürlich auch mehr Plastikmüll zur Folge. Insbe-sondere Einwegprodukte und überflüssige Plastikverpackungen im Supermarkt stellen dabei ein großes Problem dar.

Die Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat deswegen ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern großer Handelsunternehmern, Kunststoffherstellern sowie Verbraucherverbänden veranlasst, um gemeinsam Lösungsvorschläge für die Vermeidung von überflüssigem Plastik zu erarbeiten. Ihr Ziel ist es, für das nächste Treffen im Herbst 2019 bereits konkrete Vereinbarung abzuschließen, um den Verpackungsmüll in Supermärkten stark zu reduzieren.

Bereits im November 2018 hat die Bundesumweltministerin ein 5-Punkte-Plan vorgelegt, um Plas-tikmüll zu vermeiden und mehr Recyclingmaterial einzusetzen. Einer der Grundpfeiler ist unter anderem ein neues Verpackungsgesetz zum 1. Januar 2019, welches finanzielle Anreize für nach-haltige Verpackungsdesigns für Unternehmen anbietet.

Für das nächste Treffen Ende des Jahres setzt die Bundesumweltministerin allerdings lediglich auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie anstelle von Gesetzen aus der Politik, da ihrer Ein-schätzung nach diese Herangehensweise wesentlich höhere Erfolgsaussichten verspricht. Strenge Vorgaben wie beispielsweise eine Plastiksteuer lehnt Svenja Schulze grundsätzlich ab.

Inwiefern sich diese Freiwilligkeit aber konkret auf die Verringerung von eingeschweißten Bio-Gurken und Plastiktüten beim Wocheneinkauf auswirken wird, bleibt erst einmal abzuwarten. Es darf dabei immerhin nicht unterschlagen werden, dass es sich dabei auch um einen wirtschaftlichen Interessenskonflikt für die Unternehmen handelt. Verbraucher können allerdings jetzt schon einen Richtungswechsel bewirken, indem sie unverpackte Produkte und Mehrwegbehälter beim Kauf bevorzugen.

Quelle: Bundesumweltministerium


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