Entsorgung von E-Scootern weitaus problematischer als gedacht

29.07.2019

E-Mobilitätskonzepte bieten einerseits die Möglichkeit, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen und andererseits dem steigenden Mobilitätsbedürfnis im städtischen Raum gerecht zu werden. Neben dem E-Auto und dem E-Bike findet sich nun seit Ende Juni auch der E-Scooter in deutschen Großstädten auf der Straße wieder. Doch dieser gestaltet sich in der Entsorgung als weitaus gefährlicher als angenommen, da die verbauten Lithium-Akkus regelmäßig Brände in Müllwagen und Sortieranlagen auslösen.

Branchenschätzungen zufolge sind bereits mehr als 250.000 E-Scooter in deutschen Großstädten im Einsatz. Die Tendenz ist weiterhin steigend. Allerdings stellen die Scooter eine große Herausforderung in der Entsorgung der Akkus dar, da insbesondere beschädigte Akkus bei nicht fachgerechter Entsorgung eine Brandquelle sind und fast täglich Schäden in Entsorgungsanlagen anrichten. Der bereits entstandene Sachschaden ist jetzt schon beträchtlich.

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-. Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) warnt deshalb vor einem massiven und gefährlichem Entsorgungsproblem und stellte deshalb mehrere Forderungen für den richtigen Umgang mit Lithium-Akkus generell auf.

„Die Politik denkt zu kurz, wenn sie die Zulassung von E-Scootern als wichtigen Schritt in der Mobilitätsentwicklung betrachtet, jedoch das Entsorgungsproblem der zumeist in Sharingsystemen zum Einsatz kommenden Scooter gänzlich außer Acht lässt. Gerade Lithium-Akkus können im Wortsinne nämlich brandgefährlich werden“, erklärte BDE-Präsident Peter Kurth.

Um die fachgerechte Entsorgung der Akkus zu fördern und zu verstärken, setzt der BDE auf Produktverantwortung durch die Hersteller sowie auf die Aufklärung der Verbraucher. Das Gefahrenpotential müsse laut Kurth wesentlich deutlicher durch den Hersteller gekennzeichnet werden, damit die Akkus nicht im Hausmüll entsorgt werden. Auch die Verbraucher werden mit in die Verantwortung genommen, da sie über die korrekte Entsorgung des Gerätes bescheid wissen müssen. Dies soll über leicht zugängliche Informationen und intensive Aufklärung erreicht werden.

Um die Sammlungsbereitschaft bei den Verbrauchern weiter zu steigern, schlägt Kurth ebenfalls die Einführung eines Batteriepfandes vor. „Batterien und Akkus sind auch deshalb werthaltig, weil sie aus Materialien bestehen, die nach ihrer Aufbereitung wiederverwendet werden können. Mit Hilfe eines Batteriepfandes können wir die Bereitschaft der Verbraucher zur Rückgabe steigern und zudem die Materialien besser im Kreislauf halten“, so Kurth.

Waren im Jahr 2009 nicht einmal 3000 Tonnen Lithium-Akkus im Umlauf, stieg die Menge im Jahr 2017 auf mehr als 10 000 Tonnen. Insgesamt wurden im Jahr 2017 50.643 Tonnen Gerätebatterien in Verkehr gebracht.


Quelle: BVSE


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