Kurzarbeit in der Automobilindustrie durch Stahlknappheit

19.03.2019

Schrotthändler beklagen derzeit einen spürbaren Rückgang von Neuschrott auf ihren Plätzen. Es handele sich dabei laut einer Befragung der Beteiligten um einen Rückgang zwischen 10 und 20 Prozent, an einigen Lägern soll der Stroffstrom an Material sogar zeitweise komplett versiegt sein. Deutsche Stahlwerke reagierten auf die abnehmenden Lieferungen von Qualitätsstahl mit einer Preiserhöhung am Markt.

Am stärksten betroffen von dieser Entwicklung ist die deutsche Automobilindustrie, welcher jetzt Kurzarbeit drohe. Bereits Ende Februar kündigte VW dies für einige hundert Mitarbeiter im Zwickauer Werk an. Neben den jüngsten Skandalen wie der Diesel-Krise und den rückläufigen Verkaufszahlen in China steht die Branche damit weiter unter Druck.

Der Rückgang des Schrottaufkommens betrifft allerdings nicht alle Branchen gleich stark. So wurden in anderen Stahl verarbeitenden Bereichen wie dem Maschinen- und Werkzeugbau keine signifikanten Unregelmäßigkeiten festgestellt. Produzenten von Betonstahl profitieren weiterhin von der guten Baukonjunktur. Nach Einschätzungen der befragten Schrotthändler fällt der Schrottbedarf der jeweiligen Stahlwerke daher teilweise sehr unterschiedlich aus.

Quelle: EUWID

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